Aufgeklärt: DAS ist mein liebster Vampirfilm
Ist es "sehr bedenklich", wenn ich ein Film-Remake besser finde als das Original? Diese Frage wird (ohne Witz!) in der aktuellen Ausgabe der Weltwoche diskutiert. Unglücklich: Was mir dort unterstellt wird, stimmt gar nicht.
Der Reihe nach:
Auf meinem Tisch liegt die Weltwoche (Nr. 18 vom 4. Mai 2012), aufgeschlagen auf Seite 67. Dort stellt ein Weltwoche-Leser folgende Frage an Weltwoche-Filmkritiker Wolfram Knorr:
Ist es nicht sehr bedenklich, dass der neue Moderator von «Box Office», Lory Roebuck, den Film «Let Me In» als einen seiner absoluten Lieblingsfilme bezeichnet? Ein nach gerade mal zwei Jahren veröffentlichtes Remake des genialen Films «Let the Right One In» (dt. «So finster die Nacht»)? C.D., Mauensee

Okay: Dass meine Filmpräferenzen jetzt öffentlich diskutiert werden, daran muss ich mich noch gewöhnen. Was ich aber bedenklich finde, ist, dass eine solche Frage an die Weltwoche gerichtet wird - anstatt an Box Office! Wer könnte eine Frage über meinen Filmgeschmack denn besser beantworten als ich selbst?
Denn wäre die Frage an mich gerichtet worden, hätte ich auch gleich dieses seltsame Missverständnis aufklären können: Nicht das US-Remake «Let Me In», sondern eben das schwedische Original «Let the Right One In» ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme!
Was habe ich Anfang 2009 alle meine Freunde dazu gedrängt, diesen Film zu schauen: «Let the Right One In» ist wie «Twilight», aber gut - das haben alle von mir zu hören bekommen. In meiner damaligen Rezension des Films konnte ich mich vor Superlativen kaum zurückhalten.
«Let Me In» von Matt Reeves ist ein ganz anständiges Remake. Aber ich würde es nie über das schwedische Original, in meinen Augen ein Meisterwerk, setzen. Wo solche Falschinfos ihren Ursprung haben, weiss ich nicht. Aber einen meiner All-Time-Favorites möchte ich mir nicht absprechen lassen.
(Das ist fast so schlimm, als würde mir als Basler angedichtet werden, FCZ-Fan zu sein ;-)
Leider nicht: Zu Schneewitchen und Co. ins Schloss

Update: Leider ist die Reise für Box Office nicht zu Stande gekommen. Die amerikanischen Organisatoren haben abgewunken. Schade.
«Box Office» fällt am nächsten Mittwoch (9. Mai) wegen der Eishockey-WM leider aus. Mir drohte schon langweilig zu werden, aber zum Glück erhielt ich für diese freie Woche eine Einladung, die es in sich hat!
Am 10. Mai reise ich ins britische West Sussex, um im wunderschönen Arundel Castle (oben abgebildet) die Hollywood-Stars Charlize Theron (Oscargewinnerin!), Kristen Stewart (Bella aus «Twilight»!) und Chris Hemsworth («Thor» himself!) zum Interview zu treffen.
Das Ganze ist Teil eines riesigen Promo-Events zum Film «Snow White and the Huntsman», der am 31. Mai im Kino startet. In der actionlastigen Märchenverfilmung spielt Theron die böse Königin, Hemsworth einen taffen Jäger und Stewart ein noch tafferes Schneewittchen.
Ich freue mich riesig darauf und werde meine Eindrücke und Fotos nächste Woche hier im Box-Office-Blog mit euch teilen. Meine Interviews mit den Stars seht ihr dann pünktlich zum Kinostart von «Snow White and the Huntsman» in der «Box Office»-Sendung vom 30. Mai.
Falls es etwas gibt, das ihr schon immer von Kristen Stewart, Chris Hemsworth oder Charlize Theron wissen wolltet, dann gebt mir doch per Kommentar Bescheid.
LIVE: Die Oscarverleihung 2012

«The Artist» und «Hugo» waren wie erwartet die grossen Gewinner an der 84. Oscarverleihung mit je 5 Auszeichnungen. Während Martin Scorseses 3D-Film vor allem die technischen Kategorien dominierte, entschied der Stummfilm aus Frankreich die
zentralen Kategorien für sich: Die Preise für den besten Spielfilm, die beste Regie und den besten Hauptdarsteller gingen alle an «The Artist».
Die Darstellerpreise gingen an Meryl Streep (beste Hauptdarstellerin in «The Iron Lady»), Jean Dujardin (bester Hauptdarsteller in «The Artist»), Octavia Spencer (beste Nebendarstellerin in «The Help») und Christopher Plummer (bester Nebendarsteller in «Beginners»), während der abwesende Woody Allen für «Midnight in Paris» seinen dritten Oscar als Drehbuchautor gewann.
Wie schon 2011 war die
Show Arm an Überraschungen und blieb insgesamt blass. Einzig Gastgeber Billy
Crystal lockerte mit einigen Sprüchen hier und da die Stimmung auf.
Der Oscar-Meter:
«The Artist» 5 (Kostüme, Filmmusik, Regie, Hauptdarsteller, Spielfilm)
«Hugo» 5 (Kamera, Ausstattung, Tonschnitt, Tonabmischung, Spezialeffekte)
«The Iron Lady» 2 (Make-Up, Hauptdarstellerin)
«A Separation» 1 (ausländischer Film)
«The Help» 1 (Nebendarstellerin)
«The Girl with the Dragon Tattoo» 1 (Schnitt)
«Rango» 1 (Animationsfilm)
«Undefeated» 1 (Dokumentarfilm)
«Beginners» 1 (Nebendarsteller)
«The Muppets» 1 (Filmsong)
«The Descendants» 1 (adaptiertes Drehbuch)
«Midnight in Paris» 1 (Originaldrehbuch)
«The Shore» 1 (Kurzfilm)
«Saving Face» 1 (Dokumentar-Kurzfilm)
«The Fantastic Flying Books...» 1 (animierter Kurzfilm)
Der Live-Ticker:
05:38 Uhr: Das war's! Die 84. Oscarverleihung ist nach kompakten 3 Stunden und 8 Minuten zu Ende. Danke fürs Mitlesen!
05:35 Uhr: Zum Abschluss steht der Mann auf der Bühne, der im letzten Kinojahr den atemberaubendsten Stunt bewerkstelligt hat (die Bezwingung des Burj Khalifa in «Mission Impossible: Ghost Protocol»): Tom Cruise. Er überreicht gleich den Oscar für den besten Spielfilm wohl an Thomas Langman, den Produzenten von «The Artist». Oder gibt es eine Überraschung? Die Oscarwähler sagen: Der beste Spielfilm des Jahres ist «The Artist»! Der gerechte Lohn für ein riesiges Wagnis. Jetzt darf auch Uggie mit auf die Bühne. «The Artist» ist erst der zweite Stummfilm, der einen Oscar als bester Spielfilm gewann (der einzige andere ist «Wings» von Howard Hughes aus dem Jahr 1929), und der erste Gewinnerfilm in schwarzweiss seit «Schindler's List» 1993. «The Artist» ist lustigerweise auch der einzige unter den neun Filmen, die heute in der Hauptkategorie nominiert waren, der komplett in Los Angeles abgedreht wurde!
05:25 Uhr: Colin Firth, der letztjähriger Gewinner als bester Hauptdarsteller, würdigt jetzt in seinen eloquenten Worten die Leistungen der Damen, die als beste Hauptdarstellerinnen nominiert sind. Es ist die spannendste Kategorie dieses Oscarennens. Meryl Streep oder Viola Davis? Firth über Streep: "Meryl, Mamma Mia. We were in Greece, we danced, I was gay and we were all happy." Firth übertrifft mit seiner Ansprache sämtliche Dankesreden des Abends. So, jetzt ist es soweit: And the Oscar goes to... Meryl Streep für «The Iron Lady»! Streep hat's geschafft, nach 30 Jahren, in denen sie praktisch jedes Jahr nominiert war, aber nie mehr gewann, kriegt sie jetzt endlich ihren dritten Oscar. Tosender Applaus im Saal. Sie ist passend zu ihrem Preis angezogen, goldglitzernd. Streep hält Tränen zurück, verliert immer wieder ihre Stimme.
05:15 Uhr: Go Gary! Es ist soweit, Natalie Portman, letztes Jahr Siegerin für «Black Swan», wird gleich den Oscar an den diesjährigen besten Hauptdarsteller überreichen. Gewinnen wird entweder Jean Dujardin oder George Clooney - aber was würde ich mich für Gary Oldman freuen! Der Oscar geht an... Jean Dujardin für «The Artist». "I love this country!" ruft er auf der Bühne. Er dankt dem legendären Stummfilmstar Douglas Fairbanks, der ihn zu seinem Auftritt inspirierte - und der 1928 (als Präsident der Academy) die allererste Oscarverleihung moderierte. Zum Schluss kompensiert der sympathische, äusserst charmante Franzose das Schweigen seiner Figur in «The Artist» mit einem laut hinaus gebrüllten "OUI! C'EST FORMIDABLE!!!"
05:05 Uhr: In memoriam: Es folgt die Montage der im letzten Jahr verstorbenen Künstler, die Verabschiedung von beliebten Stars wie Sidney Lumet, Whitney Houston, Laura Ziskin, Peter Falk, Steve Jobs, Jackie Cooper und Elizabeth Taylor.
04:55 Uhr: Michael Douglas, dem man Alter und Krankheit deutlich ansieht, vergibt jetzt den Oscar für die Beste Regie. Gewinnt der einzige Nichtamerikaner? Der Franzose Michel Hazanavicius ist der Favorit. Und der Oscar geht an... Michel Hazanavicius für «The Artist»! "Thank you. I have an Oscar" bemerkt er scharfsinnig. Hat er seine Rede vergessen? Nein, da kommt die Kaskade an Danksagungen: an die Besetzung (zu der seine Frau Berenice Bejo gehört), an den verrückten Financier seines Stummfilms, und an seinen Filmhund Uggie: "I don't think he cares, he probably doesn't understand what I'm saying - he's not THAT good!"
04:50 Uhr: Kurz vor 5 Uhr biegen wir auf die Zielgerade ein. Nur noch 4 Kategorien sind übrig, drei davon könnten zugunsten von «The Artist» ausfallen: Beste Regie, Bester Spielfilm und Bester Hauptdarsteller. In der Kategorie Beste Hauptdarstellerin duellieren sich Meryl Streep und Viola Davis. Letztere sitzt mit ganz neuer Frisur (kurze braune Locken) in den vordersten Reihen.
04:40 Uhr: Billy Crystal bemerkt, dass 2011 ein gutes Jahr für Frauen gewesen sei. Sein Beispiel: Meryl Streep als Maggie Thatcher in High-Heels - und Crossdresser J. Edgar Hoover. Crystal bittet die versammelte Besetzung aus «Bridesmaids» auf die Bühne. Sie werden die Gewinner verkünden, die immer am schwierigsten zu tippen sind, weil sie keiner kennt: Die Kurzfilme. Der Oscar für den besten Kurzfilm geht an «The Shore». Der Oscar für den besten Dokumentar-Kurzfilm geht an «Saving Face» Hurrah, mein blinder Tipp in dieser Kategorie war richtig. "Don't give up on your dreams" sagt Gewinnerin Sharmeen Obaid-Chinoy. Jetzt gibt's noch den Oscar für den besten animierten Kurzfilm. Er geht an «The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore». Bravo! Dieser bezaubernde Kurzfilm hat in der Box Office-Redaktion schon für sehr viel Freude gesorgt.
04:30 Uhr: Eine bemerkenswert anorexische Angelina Jolie verleiht
die beiden Script-Oscars. Zuerst sind die adaptierten Drehbücher dran,
wo mit grosser Wahrscheinlichkeit «The Descendants» gewinnt. Ich drücke
meine Daumen aber für «Tinker Tailor Soldier Spy». Der Oscar geht, wie
vorausgesagt, an Alexander Payne und Co. für «The Descendants».
Jetzt sind die Original-Drehbücher dran. Hazanavicius oder Woody Allen?
Woody Allen ist der am öftesten nominierte Drehbuchautor überhaupt (14),
zwei Mal hat er bislang gewonnen. Und jetzt hat's den dritten gegeben!
Der Gewinner ist Woody Allen für «Midnight in Paris». Weil er der
Veranstaltung ferngeblieben ist, akzeptiert die Academy den Preis an
seiner Stelle.
04:25 Uhr: Kurze Zwischenanalyse. «Hugo» steht momentan bei 5 Auszeichnungen, «The Artist» erst bei 2. Aber die "grossen" Kategorien kommen erst noch, und hier hat der Stummfilm die Nase vorn: Gewinnt «The Artist» Hauptdarsteller, Regie und bester Spielfilm (die Chancen stehen gut) steht's 5 zu 5. Interessant wird sein, ob «The Artist» für das beste Drehbuch gewinnt, oder doch Woody Allen. Bald finden wir's raus.
04:15 Uhr: Jetzt stehen zwei Woody Allen-Darsteller auf der Bühne: Penelope Cruz und Owen Wilson. "Hier sind die Nominierten für die beste Filmmusik..." haucht Cruz in ihrem sinnlichen Akzent. Jetzt startet «The Artist» (bislang erst 1 Oscar) zur grossen Aufholjagd auf «Hugo». Der Oscar geht an Ludovic Bource für «The Artist». Logisch, kein anderer Film lebte so von seiner Musik wie dieser Stummfilm. Und an wen geht der Oscar für den besten Filmsong? Die Chancen stehen 50/50, da in dieser Kategorie nur zwei Songs nominiert wurden. Eigentlich ein Witz, jedes Jahr nimmt die Anzahl der Nominierten in dieser Kategorie ab. Lange wird es sie wohl nicht mehr geben. Immerhin, der richtige der beiden Songs gewinnt, die witzige Nummer "Man or Muppet" aus «The Muppets».
04:10 Uhr: Billy Crystal liest die Gedanken des Publikums anhand ihrer Gesichtsausdrücke. Brad Pitt denkt, dass er morgen an sechs Elternabende gehen muss. Nick Nolte denkt nicht, sondern macht einfach nur "Grrrrrrr". Und Uggie, der Hund aus «The Artist» (der seinen eigenen Sitz im Saal erhalten hat)? Der denkt: "If I had him, I'd lick him."
04.00 Uhr: So, jetzt gibt's wieder einen Schauspielerpreis. Melissa Leo, die letztes Jahr als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet wurde, verleiht den Oscar für die beste männliche Nebenrolle. Der wird zweifellos an Christopher Plummer gehen, den grossen Favoriten in dieser Kategorie. And the Oscar goes to... Christopher Plummer in «Beginners»! Der 82-jährige Kanadier ist jetzt die älteste Person überhaupt, die einen Oscar gewinnt. "You're only two years older than me" sagt er dem Goldmännchen in seiner Hand. Er bedankt sich bei seiner Frau, der er den Friendsnobelpreis gönnt - weil sie ihn jeden Tag rettet.
03:53 Uhr: Ben Stiller und die ENORM coole Emma Stone. Sie kostet voll aus, dass sie einen Oscar verleihen darf, sprudelt vor Ideen. Am liebsten würde sie singen, tanzen. Stiller will bloss, dass sie den Gewinner in der Kategorie beste Spezialeffekte verkündet. Der Oscar geht an... «Hugo»! Nicht die digitalen Figuren in «Transformers», «Real Steel» oder «Rise of the Planet of the Apes» werden ausgezeichnet, sondern die Bildzaubereien vom «Hugo»-Team um Rob Legato. Das ist der bislang 5. Oscar für «Hugo».
03:48 Uhr: Horrendes Tempo hier. Keine Zeit zum Durchatmen. Chis Rock steht schon da, um den Preis für den besten Animationsfilm zu verkünden. Normalerweise dominiert Pixar diese Kategorie, doch dieses Jahr hat es ihr Kandidat («Cars 2») nicht unter die fünf Nominierten geschafft. Und so geht der Oscar an Gore Verbinski für «Rango». Verbinski kennt man eigentlich besser als Regisseur von Spielfilmen («Pirates of the Caribbean» Teil 1 und «The Ring»).
03:45 Uhr: Hier kommen Gwyneth Paltrow und Robert Downey Jr. - moment, wo bleibt er? Da, Downey Jr. kommt mit einem persönlichen Kamermann. Warum? Er drehe gerade einen Dokumentarfilm mit dem Titel "The Presenter". Ein bemühter Gag, der dank Downeys Charisma trotzdem funktioniert. Sie verleihen den Oscar für den besten Dokumentarfilm, für den auch Wim Wenders 3D-Tanzfilm «Pina» nominiert ist. Der Gewinner ist... «Undefeated». 5 Leute kommen auf die Bühne, doch für all ihre Dankesreden reicht es nicht. Einer redet noch, da setzt schon das Orchester ein, das Mikrofon geht aus und dann auch das Spotlight. Fies.
03:35 Uhr: Kermit und Miss Piggy! Die Muppets sind da. Als Eddie Murphy für einen öffentlichen Ausrutscher als Oscarhost gefeuert wurde, wünschten sich viele Jim Hensons kultigen Figuren als Oscar-Gastgeber. Doch Crystal war der Academy viel kostbarer. Schade. Immerhin, Frosch und Ferkel dürfen einen Auftritt vom Cirque du Soleil ankündigen. Die Zirkuskünstler legen eine tolle Show hin, fliegen aus der Leinwand über die Gäste hinaus und zeigen eine Choreografie zu Bildern aus Stummfilmklassikern.
03:25 Uhr: Bradley Cooper und Tina Fey überreichen gleich den Oscar für den besten Schnitt. «The Artist» oder «The Descendants»? Der Oscar geht - oh, Überraschung! Der Oscar geht an «The Girl with the Dragon Tattoo». Dessen Cutter Kirk Baxter und Angus Wall hatten schon letztes Jahr für «The Social Network» gewonnen. Sie hatten das nicht erwartet und keine Rede vorbereitet. Cooper und Fey vergeben auch den Preis für den besten Tonschnitt. Der Oscar geht an «Hugo». Bereits die dritte Auszeichnung! Geht die beste Tonabmischung auch an «Hugo»? Normalerweise dominieren "laute" Filme (wie «War Horse» oder «Transformers») diese Kategorien. Doch auch dieser Preis geht an «Hugo». Oscar Nummer 4!
03:20 Uhr: Billy Crystal macht das ziemlich gut. Er gibt sich in
unaufgeregter Art als sympathischer Entertainer. Kein Vergleich mit
James Franco und Anna Hathaway letztes Jahr, die komplett neben den
Schuhen standen.
03:12 Uhr: Es geht Schlag auf Schlag hier. Christian Bale, der letztjährige Oscargewinner als bester Nebendarsteller, sagt uns jetzt gleich, an wen dieses Jahr der Preis für die beste weibliche Nebenrolle geht. Den hat Octavia Spencer eigentlich schon im Sack. Der Gewinner ist... korrekt, Octavia Spencer in «The Help». Standing Ovation im Saal, Spencer ist schon mit dem ersten Wort in Tränen aufgelöst. "Thank you to the Academy for giving me the hottest guy in the room!" Jö, hoffentlicht betreut sie jemand hinter der Bühne, Spencer weiss fast nicht, wie um sie geschieht.
03:07 Uhr: Sandra Bullock steht auf der Bühne, um den Oscar für den besten ausländischen Film zu vergeben. Sie hält ihre Rede auf... Deutsch! Und das beinahe akzentfrei. So, dieser Preis geht jetzt hoffentlich an «A Separation», meinen Lieblingsfilm von 2011. Der Oscar geht nach Iran, an Asghar Farhadi für «A Separation». YES!!! Farhadi erinnert an die schweren Umstände, unter denen Filmemacher im Iran leiden.
03:00 Uhr: Jennifer Lopez und Cameron Diaz (die Crystal mit dem Satz "Please welcome a recurring dream of mine" auf die Bühne holt) werden gleich den Oscar für die besten Kostüme vergeben. Gibt das die erste Auszeichnung für «The Artist»? Der Oscar geht an... Mark Bridges für «The Artist»! J-Lo und C-Di dürfen auch noch den Sieger in der Kategorie bestes Make-Up ankünden. Der Gewinner ist... Mark Coulier und J. Roy Helland für «The Iron Lady». Verdient - toll haben sie Meryl Streep auch äusserlich Maggie Thatcher angeglichen. Helland bedankt sich bei Streep mit den Worten: "Thank you for keeping me employed for the past 30 years." Er ist seit 30 Jahren bei allen Filmen mit Meryl Streep ihre Maskenbildnerin.
02:52 Uhr: Billy Crystal weint dem Kinoerlebnis alter Tage hinterher. Er meint: Früher ging man noch ins Kino, um einen Film zu geniessen. Heute aber schaue man alles auf seinem Smartphone. Crystal: "Give me the big screen anytime - my iPad!"
02:45 Uhr: Tom Hanks ist auf der Bühne, um die ersten beiden Oscars zu verleihen. Als erstes ist die Kategorie Beste Kamera dran. Favorit ist «The Tree of Life», doch der Oscar geht an «Hugo»! Nach Mauro Fiore (2010 für «Avatar») ist Robert Richardson jetzt der zweite 3D-Kameramann, der mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Hanks vergibt jetzt den Preis für die beste Ausstattung, die auch an «Hugo» gehen müsste. Der Sieger ist... jawoll, Dante Ferretti für «Hugo». Bereits zwei Auszeichnungen für Martin Scorseses Film! Die Dankesreden werden äusserst kurz gehalten.
02:30 Uhr: Vorhang auf, die Zeremonie beginnt. Morgan Freeman begrüsst als erster von der Oscarbühne und wir sehen den heutigen Oscarmoderator Billy Crystal in einem netten Clip: Crystal wurde in Szenen aus den nominierten Filmen hineinmontiert. "I won't do it! I won't host!" heisst es mit ihm in «The Artist», er kriegt einen Kuss von Clooney in «The Descendants» und verspeist Octavia Spencers "leckeren" Kuchen in «The Help». Dann betritt Crystal die Bühne und - singt! Etwas hüftsteif, aber pointiert besingt er alle neun Filme, die als bester Spielfilm nominiert sind.
02:25 Uhr: Reden wir noch über die Hauptdarstellerinnen, die heute Nacht im Fokus stehen. Meryl Streep, mit 17 Nominierungen Rekordhalterinnen. Aber: Zuletzt gewann sie 1982 (für «Sophie's Choice»)! In der Box Office-Redaktion tippen 4, dass sie heute endlich auf die Siegerstrasse zurückfindet - je eine Stimme ging an Michelle Williams («My Week with Marilyn»), Rooney Mara («The Girl with the Dragon Tattoo») und Viola Davis («The Help», meine Vorhersage).
02:20 Uhr: Für seine Rolle als mittelloser Baseballtrainer in «Moneyball» ist Brad Pitt zum dritten Mal in seiner Karriere für einen Oscar nominiert. Gewonnen hat er noch nie, und das wird sich heute Nacht kaum ändern. Das ist aber weniger tragisch als der Umstand, dass «Moneyball» in den Schweizer Kinos wahrscheinlich gar nie gezeigt wird. Ist ein Baseballfilm wirklich so schwer zu vermarkten, dass nicht mal Pitts Starpower das wieder wettmacht?
02:15 Uhr: Jetzt sind auch George Clooney und Brad Pitt (separat) auf dem roten Teppich angekommen - zwei Superstars, zwei gute Freunde, zwei Oscaranwärter. Ob er Pitt schon erspäht habe, wird Clooney gefragt. Nein, aber er werde ihn schon finden - er müsse nur dem Kreischen der Fans folgen. Vieles davon gelte bestimmt Clooney, meint die TV-Korrespondentin. Clooneys Antwort: "Yeah. I paid them."
02:10 Uhr: In 20 Minuten beginnt im Innern des Hollywood & Highland Centers die Preisverleihung. Blicken wir auf die Ausgangslage: Martin Scorseses 3D-Film «Hugo» ist für 11 Oscars nominiert, der Stummfilm «The Artist» für 10 (wobei «Hugo» 2 Nominierungen in den Ton-Kategorien erzielt hat, für die «The Artist» ja gar nicht erst berücksichtigt werden konnte). Beide Filme sind Hommagen an die Filmgeschichte, Werke, die das Filmemachen feiern. Klar wollen das die Wähler aus der Filmindustrie würdigen. 5 Leute aus der Box Office-Redaktion tippen, dass «The Artist» heute Nacht als bester Spielfilm ausgezeichnet wird, 2 glauben, dass der Hauptpreis an «Hugo» geht.
01:55 Uhr: Meine Freundin liefert den weiblichen Blick auf die Outfits: Laut ihr macht Penelope Cruz die beste Figur: in einem lila Kleid, das durch schlichte Eleganz besticht. Tiefpunkt: J-Los beiger Glitzerfummel, der ihrem Hintern noch ein paar zusätzliche Pfunde draufsetzt.
01:50 Uhr: Was mag der Franzose Jean Dujardin an Los Angeles (wo «The Artist» gedreht wurde)? Den Sonnenschein, die amerikanischen Gesichter - und Zimtschnecken. Die Box Office-Redaktion ist fast einstimmig davon überzeugt, dass er heute den Oscar als bester Hauptdarsteller mit nach Frankreich zurücknimmt: 6 tippen auf ihn und nur einer auf Clooney.
01:30 Uhr: Los geht's! Die Hollywoodstars
schlendern über den roten Teppich vor dem Gebäude, das bis zur
letztjährigen Verleihung noch als Kodak Theater bekannt gewesen war. Die
Firma Kodak, einstmals eine der grössten Herstellerinnen von
Filmmaterial, steht momentan so arg in finanziellen Nöten, dass sie
ihre teuren Namensrechte am Schauplatz der Oscarverleihung aufgeben
musste. So findet die 84. Oscarverleihung heute Abend im neutral
benannten Hollywood & Highland Center statt.
23:30 Uhr: Willkommen in unserem Oscar-Live-Blog! Einmal im Jahr zelebriert sich Hollywood selber, wenn der magische Satz "And the Oscar goes to..." gehaucht wird und die amerikanische Filmakademie den begehrtesten Filmpreis der Welt aushändigt. Ab 1:30 Uhr berichte ich hier im Minutentakt von allen Ereignissen der grossen Zeremonie. Ob das Oscarrennen so ausgeht, wie von Box Office vorausgesagt?
Lieblings-Pferde-Film
In diesen Tagen lässt Steven Spielberg das Genre des Pferdefilms wieder aufleben mit WAR HORSE. Und wir fragen euch: Was ist euer Lieblings-Rössli-Film aller Zeiten? Wo fängt ihr an zu wiehern? Wo hüpft ihr im Sattel?
Zugegeben kein Film, dafür ein Hörbuch ist mein Tipp: Rössli Hü - legendär, unvergesslich, wieder zu entdecken....
Lieblings-Schnulzen-Kitsch-Film
Ist es Casablanca?Twitter-YO oder Twitter-NO?
Dieses Vögelchen zwitschert am liebsten auf Smartphones! Twittern ist IN oder bereits wieder OUT? Heidi & Seal liessen uns wissen, dass ihre heilige Allianz nach sieben Jahren THE END erlebte, Kelly O. informiert die Welt, dass sie von Brad P. geküsst wurde und darob fast in Ohnmacht viel und Jason Segel - der Mensch unter den MUPPETS - hat seine Aversion gegen Social Media überwunden und gehört nun auch zum Kreis der Superstars, die uns mit ihren Kurzmeldungen aus dem Privatleben das Gefühl geben, wir gehörten auch ein klein wenig zum erlauchten Freundeskreis....
Ist Twittern cool? Oder ein No-go? Eure Meinung ist gefragt!
p.s. übrigens mein Twitter-Account heisst: moschaerer und bis jetzt twittere ich unter Auschluss der Öffentlichkeit ...
Nachkochen à la Hollywood
Die Gebrüder Weinstein haben eine gute Nase. Und so schnuppern sie immer mal wieder rum auf der anderen Seite des Teichs und wenn ihnen was schmeckt, kochen sie es nach.
Hier das Rezept für das Remake von INTOUCHABLES à la Hollywood:
Man nehme die supererfolgreiche Komödie, die in Frankreich für geradezu wahnsinnig gute Box Office Zahlen sorgte, schreibe sie etwas um auf amerikanische Verhältnisse und besetze die beiden Hauptdarsteller mit Hollywood-Stars wie z.Bsp. Alec Baldwin als zynischer Tetraplegiker und Tracy Morgan (30Rock) als schwarzer Kleinkrimineller.
Oder wer wäre deiner Meinung nach die richtige Besetzung für das amerikanische Remake von INTOUCHABLES?
Der schönste Orgasmus im Film
Der filmische Höhepunkt der Woche beschert uns HYSTERIA (Regie: Tanya Wexler). Nichts schöner als die vermeintlich hysterischen Damen, die in Zeiten der viktorianischen Prüderie ihre Beine spreizen und lustvoll schreien.
Aber es gibt noch weitere orgasmische Höhepunkte im Film. Unsere redaktionsinternen Favorites: Aus Desperate Housewives - Bree's erster Orgasmus:
Und der natürlich auch grossartig, der Zusammenschnitt von zahlreichen Orgasmen in Amélie Poulains fabelhafter Welt. (Aber den müssen sie selber suchen im Youtube - den darf man sich bloss anschauen mit Altersangabe!)
Und was ist deine Meinung nach der filmreifste Orgasmus?
Das Filmjahr 2011 mit Shootingstar LUKE EVANS
Der Jahresrückblick aufs Filmjahr 2011 bringt Box Office (29.12.2011 um 22.40h auf SF2) nach London zu Shooting Star LUKE EVANS (The Three Musketeers, Immortals, Clash of the Titans).
Der 32-jährige Schauspieler steht zur Zeit als BARD THE BOWMAN in THE HOBBIT (Regie: Peter Jackson) in Neuseeland vor der Kamera. Ich besuchte Luke Evans (den ich vor sieben Jahren als unbekannten Jungschauspieler kennenlernte) in seiner Wohnung in East London und wir sprachen über seine kometenhafte Filmkarriere.
Mehr über Luke's Heimat Wales und seine Gesangskünste gibt's im Video:
Sexies Man im BOX OFFICE
Wer ist süsser - Ryan Gosling oder das Hündchen?
Selten so gelacht! Die Webseite Ryan Gosling vs Puppy fragt: "Is Ryan Gosling cuter than a puppy?" ("Ist Ryan Gosling süsser als ein junger Hund?") und liefert unzählige Bild-Kombinationen. (Meine liebste ist die mit George Clooney und Hündchen..äh Gosling)
Unbestritten, der Kanadier gehört zum heissesten, was Hollywood zur Zeit zu bieten hat. Trotzdem wurde er bei der diesjährigen Titelvergabe "Sexiest Man Alive" übergangen. Eine Frechheit!
Welcher Meinung bist Du? Im Box Office vom 22. Dezember 2011 gab's gleich sechs scharfe Typen (Harry Potter habe ich jetzt mal weggelassen). Sag' uns wer für dich den Titel "SEXIEST MAN OF BOX OFFICE" bekommen sollte.
George Clooney
Robert Downey Jr.
Jude Law
Mathieu Amalric
James Steward
oder eben das Hündchen RYAN GOSLING?


















